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Seine alte Trainingsjacke



"Unser Ehrenamtler - Gerd Duwe"


TSG schlägt Gerd Duwe als "Mensch des Monats" vor

Gerhard Duwe (68) hat alles herausgesucht, was sein Sportlerleben illustriert: Spielberichte aus alten Zeitungen, Ehrennadeln vom Handballverband und sogar seinen Mitgliedsausweis vom Deutschen Turn- und Sportbund, ausgestellt im Jahr 1965. Nur seine Trainingsjacke von der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Lübben 65 kann er nicht finden.

»Eigentlich steht alles über mich in diesen Artikeln«, sagt Gerhard Duwe und blättert in einer Mappe mit vergilbten Zeitungsausschnitten. Er lächelt, als er die Überschrift eines Porträts liest: »Zwei Jahrzehnte war ,Opi` die Handball-Seele«. Die Sportfreunde von der TSG Lübben 65 nannten ihn während seiner aktiven Zeit als Handballer ,Opi`. In der gegnerischen Abwehr war er gefürchtet als die Linkshand mit dem guten Auge für die Lücke. Sein Hüftwurf aus der Ferne entschied oft den Ausgang eines Spiels für seine Mannschaft. Das ist jetzt ein paar Jahre her. Den Spitznamen hat Gerhard Duwe behalten, aber scharfe Bälle wirft er heute nicht mehr. »Die Füße«, sagt er.

Mit 17 Jahren begann Gerhard Duwe Handball zu spielen. Damals wohnte er in Hammer bei Liebenwalde. Dort gab es ein Großfeld, auf dem er immer trainierte. Nach seinem Armeedienst in Lübben blieb er im Spreewald hängen, trat 1965 in die TSG Lübben 65 ein und entwickelte dort in der Sektion Handball seine spielerischen Talente zum Allrounder. Ob als Aufbauspieler, Kreisläufer, Manndecker oder wie in der Saison 1974/75 als Torsteher - auf Gerhard Duwe konnte sich die Mannschaft verlassen. Weil er so gut war, wählte ihn der TSG-Vorstand 1977 zum Sektionsleiter der Handballer. Ein Ehrenamt, das er bis 1998 ausübte. In dieser Zeit trainierte er auch als Übungsleiter die Kinder und Jugendlichen. Sein größter sportlicher Erfolg war in der Saison 1997/98 der Aufstieg mit der männlichen A-Jugend in die Regionalliga Nord/Ost des Nordostdeutschen Handball-Verbandes.

Als Dank und zum Abschied als dienstältester Sektionsleiter machten die Spieler ihrem ,Opi` damals ein Geschenk: einen Trainingsanzug. Den trägt er noch immer. »Guter Stoff. Der hält schön warm.« Nur gerade kann er die Trainingsjacke nicht finden. Unruhig sucht er im Kleiderschrank und erzählt dabei, dass er heute 2. Vorsitzender im Vorstand der TSG Lübben 65 ist. Für die kommenden vier Jahre. Ob er sich danach noch einmal der Wahl stellt, weiß er nicht. Ganz wichtig sind ihm nämlich seine drei Kinder und seine vier Enkelkinder. Für sie will er da sein. Denn der Nachwuchs liegt ihm am Herzen - im Sport und in der Familie.

Dass er schon mehr als 40 Jahre ein Ehrenamt für den Vereinssport ausübt und damit zum Vorbild für die Jugend geworden ist, wie TSG-Vereinsmanager Dieter Wolschke sagt, ist für Gerhard Duwe gerade unwichtig. Im Moment verlangt die Suche nach der verschwundenen Trainingsjacke seine ganze Konzentration.

Gerhard Duwe ist für Dieter Wolschke der Beweis: Arbeit, Sport und Ehrenamt sind miteinander vereinbar und schließen sich nicht aus. Der Vereinsmanager erwähnt, dass Gerhard Duwe auch Mitorganisator der sportlichen Städtepartnerschaften zwischen Lübben, dem polnischen Wolsztyn und Neunkirchen im Saarland ist und er bei der Vorbereitung nationaler und internationaler Turniere mit diesen Städten mitgeholfen hat.

Plötzlich, blitzschnell - die alten trainierten Reflexe sind noch da - greift Gerhard Duwe in den Schrank und holt einen Kleiderbügel heraus. »Na, nun komm raus«, sagt er und hält glücklich seine Trainingsjacke in den Händen. ths1





  

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